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Pressemitteilung 8. Juni 2007

Westend noch immer in Gefahr

AGW-Veranstaltung am 14. Juni 2007 im "Pferdestall"

"UNSER WESTEND IST IMMER NOCH IN GEFAHR" - so betitelten wir im Jahr 1989 unsere Broschüre zum 20-jährigen AGW-Jubiläum, als viele unserer Bewohner schon fest überzeugt waren, dass die Zeiten der Zerstörung und Vertreibung nun vorüber seien.
Die folgenden Jahre - nun sind es abermals wieder fast zwanzig - zeigten bald, dass unsere Skepsis recht begründet war; dass es sehr wohl noch "Gefahren" für unseren Stadtteil und seine Bewohner gibt.
Sie sind nicht mehr so offensichtlich und dramatisch wie zu Beginn unserer Arbeit; sie kommen weniger dreist daher als vor 30 Jahren und sie suchen oft die "elegantere" Form einer versteckten Zerstörung von Stadtbild und Bewohnermilieu, aber ihre Folgen sind immer noch erschreckend.

Die immer häufiger gestellten Fragen an die AGW, bei Ortsbeiratssitzungen und ähnlichen Gelegenheiten offenbaren die Beunruhigung vieler Westendbewohner:

  • Was ist unser Bebauungsplan noch wert, der vor 30 Jahren unter der intensiven Mitarbeit von Ortsbeirat und AGW erarbeitet und beschlossen wurde?
    Seine bis in die 80er Jahre geltende Schutzfunktion gegen Zerstörung und Veränderungen unseres Stadtviertels ist zunehmend verlorengegangen.
    Neu- und Umbauten werden fast nur noch mit "Ausnahmegenehmigungen" errichtet, ohne architektonischen Bezug zur Umgebung, unter Zerstörung der alten, westendtypischen Ensembles, der Vorgärten und vieler alter Bäume.

  • Welche politische und stadtplanerische Bedeutung hat heute noch unsere so leidenschaftlich erkämpfte Erhaltungssatzung?
    Ihr Inkrafttreten im Jahre 1989 wurde in einer Broschüre der Stadt Frankfurt euphorisch gefeiert: "UNSER ZIEL: DAS WESTEND ERHALTEN! Aus den erhaltenen historischen Bereichen und den nach 1945 entstandenen Bauten bildete sich eine städtebauliche, architektonische und soziale Mischung, die für das heutige Westend kennzeichnen ist. Diese Eigenart - seine Nutzungsvielfalt, die typische Mischung seiner Wohnbevölkerung und seine heutige Gestalt gilt es, im Interesse der hier lebenden Menschen und als unverzichtbaren Wert für die gesamte Stadt Frankfurt zu erhalten."
    Diese Hymne ist ein Originalzitat aus der Broschüre des Städtischen Amtes für kommunale Gesamtentwicklung und Stadtplanung. Viele unserer Bewohner können das heute kaum noch glauben.
    Warum verabschiedet die Stadt unerschrocken weitere Erhaltungssatzungen (in jüngster Zeit "Westend II"!), wenn diese für die städtische Planungs- und Genehmigungspraxis nur die Bedeutung eines Phantoms haben?

  • Die Zahl der Westendbewohner ist beängstigend gesunken, das neue "Investoren"-Verlangen richtet sich zunehmend auf die meist einfachen, aber sehr westendtypischen Wohnbauten der 50er/60er Jahre, die ja ohne viel Federlesen und baurechtliche Hemmnisse abgerissen werden können, um durch pseudoluxuriöse Neubauten des sogenannten "gehobenen Wohnens" ersetzt zu werden.
    Die Mieter dieser alten Häuser haben ohne Ausnahme nicht die Mittel, in den Nachfolgebau "zurückzukehren", weil die Mieten selbst für den westendtypischen Mittelstand völlig unerschwinglich sind.
    Die "Milieu"-Veränderung durch diesen zunehmenden Verlust der "alten Wohnbevölkerung", die das Leben in unserem Stadtteil prägte, wird wohl immer mehr dazu führen, dass das Westend ein totes (Neu-)Reichen-Getto wird.
    Gibt es noch den politischen Willen, hier gegenzusteuern? Die Absichtserklärungen der Stadt bzgl. ihrer Wohnungsbauplanung widersprechen der Praxis der vergangenen Jahre.

  • Die vor allem im letzten Jahr immer wiederkehrende Forderung der Anwohner im Bereich des Ortsbeirats 2 nach einer fundierten Vor-Information über Neu- und Umbauten (so wie es im Bebauungsplan festgeschrieben ist) und die sich häufenden Klagen über die restriktive Auskunftspraxis der Bauaufsicht gegenüber anfragenden Anwohnern ist ein weiterer wichtiger Problemkreis, der zu viel Unmut und Beschwerden führt.

Und so geht es weiter: die recht schleppend vorangetriebene Verkehrsberuhigung, das Verschwinden vieler Vorgärten, die Veränderungen in den Parks des Westends und vieles, vieles mehr "brennt den Bewohnern auf den Nägeln". Darüber wollen sie reden, fragen und diskutieren.
Wir hoffen, dass diese Wünsc
he durch unsere Veranstaltung möglichst viel Befriedigung erfahren! Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen!

Weitere Informationen zur Veranstaltung: bitte hier klicken

Pressekontakt: Lelle Boendgen-Franz, Vorsitzende der AGW, Eppsteiner Str. 47, 60323 Frankfurt am Main, Tel. 72 32 47

 

 

 

 

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